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SPD OV Neuenburg

30.10.2014 in Topartikel Ankündigungen

Ausstellung „Der Werdegang von Jean Jaurès“ in Mulhouse

 

Im Jahr 2014 wird in Frankreich nicht nur mit zahlreichen Veranstaltungen an den 1. Weltkrieg erinnert, sondern auch an den bedeutenden Politiker Jean Jaurès, der vor 100 Jahren als Kriegsgegner ermordet wurde.

Nun ist es auch in unserer Region möglich, sich in einer Ausstellung in Mulhouse über den Werdegang des Politikers, Philosophen, Historikers, Journalisten und Pazifisten zu informieren, der als  Begründer eines demokratischen Reformsozialismus in Frankreich hoch angesehen ist.

Die mit vielen Fotos anschaulich illustrierte Ausstellung in französischer Sprache hat drei thematische Schwerpunkte: Jaurès' Leben, sein Humanismus und sein politisches Wirken.

Zur Ausstellungseröffnung waren zahlreiche Interessierte aus dem Dreiländereck gekommen, darunter auch die Senatorin Patricia Schillinger und der Europaabgeordnete Eduard Martin. Benoit Kermoral, der Vertreter der Fondation Jean Jaurès aus Paris, hatte schon am Vorabend ein Referat über Jaurès' Studie „Die neue Armee“ gehalten.

Denis Wiesser, Generalsekretär der PS Haut-Rhin, meinte in seiner Begrüßungsrede: „Wir feiern nicht eine Schlacht, sondern den immer lebendigen Kampf der Baumeister des Friedens.“

Extra zu der Ausstellung hat der Historiker Yves Frey das Buch „Krieg dem Krieg“ verfasst, das die Zeit von der Basler Konferenz der 2. Internationale 1912 bis zu Jean Jaurès' Ermordung am 31. Juli 1914 umfasst.  Jaurès berühmte Basler Friedensrede wurde vorgetragen.

Yves Frey hat herausgefunden, daß die 2. Internationale für den Friedensnobelpreis 1914 vorgesehen war. 

An der Herausgabe des zweisprachigen Buches haben sich Mitarbeiter aus drei Ländern beteiligt.

Jost Meyen aus Neuenburg wies darauf hin, daß der für die internationale Zusammenarbeit und für den Pazifismus in Europa so wichtige Politiker in Deutschland heute fast vergessen sei. Er zitierte aus Jaurès' Rede, die dieser am 11. September 1910 in Frankfurt auf Deutsch gehalten hatte. 

„ Es wäre die größte Freude meines Lebens, wenn ich den Tag erleben könnte, an dem sich das demokratische Deutschland, das demokratische England und das demokratische Frankreich zur ewigen Versöhnung und zum dauerhaften Weltfrieden die Hände reichen würden.“

Für die Grenzstadt Neuenburg am Rhein sei das Jahr 2014 auch das 300jährige Jubiläum der Wiederbesiedlung der Stadt, nachdem die Neuenburger nach der Zerstörung durch eine französische Armee 10 Jahre im Exil leben mussten. 

Um ein symbolisches Zeichen der deutsch-französischen Verständigung und Freundschaft zu setzen, hat der Neuenburger Gemeinderat am 21. Juli beschlossen, eine Brücke, einen Platz oder eine Straße nach dem Märtyrer des Friedens zu benennen.

Der Basler Timothe Cuenod wies auf die Bedeutung der neutralen Schweiz für die internationale Zusammenarbeit hin. Die Sonderkonferenz  „Krieg dem Krieg“ konnte 1912 sogar im Basler Münster stattfinden, wo auch 2012 deren 100jähriges Jubiläum begangen  wurde.

Ein bewegender Moment dieser Ausstellungseröffnung war die Lesung von Ludwig Uhlands Soldatenlied. „Ich hatte einen Kameraden, einen besseren findest du nit.“ Dieses Lied wurde beim Begräbnis der 2 Millionen deutschen Soldaten im 1. Weltkrieg gesungen.

Die Ausstellung „Der Werdegang von Jean Jaurès“ ist bis zum 7. November am Place de la Concorde 4 in Mulhouse zu sehen. Geöffnet ist von Montag-Freitag von 10-12 Uhr und von 14-18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

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